Mindener Zeitinseln

Auch in diesem Jahr gaben in Minden historische Zeitinseln verschiedener Epochen spannende Einblicke in die Vergangenheit. Vom Mittelalter über die napoleonischen Freiheitskriege bis hin zur Kaiserzeit erstreckten sich die vielfältigen Inszenierungen in der Altstadt. Dabei wurde die 1200-jährige Stadt Minden zur historischen Bühne für diese einzigartige und lebendige Darstellung der Geschichte. Sie konnten erleben , wie Kreuzritter im Lager des Wichgrafen am Dom lebten und mittelalterliche Duellanten im Schwertkampf ihre Kräfte gemessen haben. Und auch der Besuch des Mindener Stadttheaters lohnte sich, denn dort war Kaiser Wilhelm II. mit seinem Gefolge zu Gast. Das bunte Treiben der mittelalterlichen Händler und Handwerker sorgte für lebhafte Unterhaltung in der ganzen Stadt. Auch die Zeit direkt vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges und die Versorgung von Verwundeten in der Lazarettkirche St. Simeonis im 18. Jahrhundert wurden thematisiert. Zudem entführten Landsknechte, Napoleonische und Preußische Soldaten und Zivilisten die Gäste in vergangene Jahrhunderte. Eine besondere Attraktion waren auch in diesem Jahr wieder die Programmpunkte auf dem Marktplatz: Historische Musik, Spiel und Kurzweil – ein unterhaltsames Vergnügen für die ganze Familie!

Fotos und Bericht von Oliver Halmmann ("Webzine Minden")
Fotos vom Mindener Tageblatt

Fotos der Minden Marketing GmbH: Teil 1, Teil 2, Teil 3

Flyer Mindener Zeitinseln

 

Flyer-Zeitinseln-2014 
 Flyer als PDF zum Download

Das idealisierte Mittelalter - „Rittertum“ & Religion (12. Jh.)

Seit dem 11. Jh. entwickelte sich die Schicht des niederen, landbesitzenden Adels, der „Ritter“. Die Entstehung des Kreuzzugsgedankens hatte großen Einfluss auf ihre Entwicklung und das Selbstverständnis. Beginnend mit den Kreuzzügen entwickelte die Kirche das neue Ideal des „christlichen Ritters“. Die Ideale und Wirklichkeiten des Rittertums, aber auch die allgemeine Volksfrömmigkeit, das Pilgerwesen sind nur einige Themen, die an der Marienkirche darstellt werden.

Wichgrafen & Bürgerfreiheit – Mittelalterliches Alltagsleben in Minden (12.-15. Jh.)

 altDas 12. und 13. Jh. waren die Blütezeit des Adels und gleichzeitig die Zeit seines Abstiegs. Mit der Entstehung und des Wachstums der Städte erwuchs ihm ein mächtiger Kontrahent - das städtische Bürgertum. Mit der Herausbildung eines selbstbewussten und wirtschaftlich erstarkenden Bürgertums, welches den Stadtherren immer mehr Zugeständnisse abrang und nach politischer Unabhängigkeit strebte, wurde auch die moderne städtische Gesellschaft geboren. Dieser Prozess vollzog sich in fast allen deutschen Städten. In Minden aber stellt sich dieser als Musterbeispiel dar.
Im Dominnenhof zeigen die Gruppe Hortus Lupi und das Spätmittelalternetzwerk Vruntlike tohopesate, wie Bürger, Städter, aber auch der bischöfliche Hofadel lebten und arbeiteten.

Eine dunkle Zeit - Minden im 30-jährigen Krieg (1618-1648)

Am Wesertor zeigt die Gruppe Hortus Bellicus das Leben der Landsknechte im „Deutschen Krieg“, einer der dunkelsten Epochen der Deutschen Geschichte. Im Jahre 1634 erreichte der Krieg auch die Bischhofsstadt Minden, die von schwedischen Truppen besetzt wurde. Gewinnen Sie einen Einblick in den Alltag der Söldner. Erleben Sie historische Schießvorführen, feldchirurgische Vorführungen und vieles mehr.

Rüstung, Waffen und Kampftechniken (14./15. Jh.)

Die Dienstmannen am Wichgrafenhof mussten sich stets kampfbereit halten und sich im Umgang mit Waffen üben. Eine widerstandsfähige Rüstung, fester Stand und Taktik waren Grundlage für ritterliche Fußkampfturniere im 15. Jh. Die Westfälische Turniergesellschaft zeigt hist. Vollkontaktkampf um die Zeitspanne 1380-1415 und erläutern die dazugehörige Rüstung und Bewaffnung. Es erwarten Sie packende Zweikämpfe in historischer Vollrüstung.

Die Lazarettkirche St. Simeonis - Militärmedizin im 7-jährigen Krieg (1756-1763)

Am 1. August 1759 wurde in Minden „Weltgeschichte“ geschrieben. Denn an diesem Tag fand die entscheidende Schlacht des 7-jährigen Krieges statt. Zur Erstversorgung der Verwundeten gab es zwar sog. „fliegende“ Feldlazarette, Militärkrankenhäuser gab es in Minden jedoch kaum. Daher richtete man Behelfslazarette in Bürgerhäusern oder kirchlichen Einrichtungen ein. In der Pfarrkirche St. Simeonis sind Szenen des Alltages eines solchen Not-Lazarett zu sehen.

Die Welt wird größer – Japan zu Gast in Minden (16. Jh.)

 altWas hat ein japanisches Feldlager mit Minden zu tun? Natürlich waren im 16. Jh. keine Japaner in Minden und Mindens Handelskontakte reichten damals, im Gegensatz zu heute, noch nicht bis Japan. Als Zipango (Goldland) war Japan den Europäer seit den Berichten Marco Polos im 13. Jh. bekannt. Als die Europäer 1543 in feste Beziehungen zu Japan traten, fand man eine sehr fremde Kultur vor. Dieses Land unterschied sich in seiner Gesellschaft, seinen Gebräuchen und der Geschichte völlig von allem, was man bislang kannte. Doch es gab auch eindeutige Parallelen zum Deutschland der frühen Neuzeit.
Auch in diesem Jahr entführt die Gruppe Takeda die Besucher wieder in die Zeit der Samurai ins Japan des 16. Jahrhunderts, um authentische Einblicke in das Alltagsleben des Adels dieser Epoche zu gewähren.

„Da dachte wohl mancher, der Krieg sei nun ganz vorbei" (1814)

Vor 200 Jahren dankte Kaiser Napoleon I. ab. Das ehemalige „Königreich Westphalen“ fiel an Preußen zurück und auch die Garnisonsstadt Minden wurde wieder preußisch. Auf den Flächen rund um die St. Mauritiuskirche schlagen als ehemalige Feinde Preußen, Hannoveraner, Franzosen und Westphalen ihre Lager auf. Noch völlig ungläubig, dass der Krieg nun endlich vorbei sein soll, gilt es sich zusammenzufinden und sich auch der Opfer des Krieges anzunehmen.



Ludwig Ebbecke, 2. Hus.-Rgt. Kings German Legion, Meine Schicksale während eines dreißigjährigen Militairdienstes, S. 52.

„Die CSS Alabama auf der Weser?“ – Verflechtungen: Minden & der amerikanische Bürgerkrieg“

 Im amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) kämpften rund eine halbe Millionen Deutsche. Sie stellten auf Seiten der Union allein rund 23 Prozent der Soldaten. Gut die Hälfte dieser Deutschen war noch in Deutschland, zumeist in Hannover oder Preußen geboren. Auch aus Minden kamen zahlreiche Bürgerkriegsteilnehmer. In der Weserstadt standen während des vermeintlich fernen Krieges die Webstühle still und tatsächlich, man machte sich ernsthaft Gedanken darüber, was zu tun wäre, wenn das größte Kriegsschiff der Konföderierten in die Weser einfahren sollte...
Erleben Sie an der Weserpromenade das harte Lagerleben der „Blauen und die Grauen“, den Drill und Geschützvorführungen und erfahren sie mehr über Minden und den amerikanischen Bürgerkrieg.

Abschied von einer Epoche (1913)

Mit der Gründung des 1. Deutschen Kaiserreiches (1871) begann Deutschlands Einzug in die Riege der Nationalstaaten und der rasante Aufstieg einer jungen Nation. Die „Wilhelminische Ära“ (ab 1888) war geprägt durch zunehmend aggressive Weltmachtpolitik und Aufrüstung. Im Mindener Stadttheater wird die oft als „gute alte Zeit“ verklärte Kaiserzeit wieder lebendig. Kaiser Wilhelm II., sein Gefolge und die gehobene Mindener Gesellschaft tummeln sich am Theater, während die Zeichen des nahenden Krieges auch hier nicht mehr zu übersehen sind.

"Ausflug nach Paris" - "Liebesgaben" für den Schützengraben

 Vom 28.06.1914 bis zum 11.11.1918 tobte ein Krieg durch Europa, der alle bisherigen Kriege in den Schatten stellte. Der 1. Weltkrieg markiert den Untergang einer Kulturepoche. 17 Millionen Menschen verloren ihr Leben. Wirtschaftlicher Ruin und die Vernichtung ganzer Wirtschaftssysteme waren die Folge. Gewinnen Sie einen Einblick in bewegende Szene der Mobilmachung in Minden und in die Zeit direkt vor dem Ausbruch des Krieges.

Hier und heute – Sich Zeit nehmen auf dem Mindener Markplatz

Der Marktplatz in der Mindener Innenstadt lädt wieder zum geselligen Verweilen ein. Die spanische Theatergruppe La Tal begeistert große und kleine Besucher mit ihrer „Incredible Box“. Neben musikalischen Darbietungen vom Mundwerker Michael Klute und Michael dem Barde runden die Vorführungen einer Falknerei und Windhunden das historische Programm auf dem Marktplatz ab. Und auch die Angebote der Mindener Gastronomie laden zum Genießen auf dem Mindener Marktplatz ein.

SaitenZeiten - Eine Celloreise durch die Jahrhunderte in drei Mindener Kirchen

Die Cellistin Rebekka Wittig-Vogelsmeier, der Organist Dr. Ulf Wellner und die Violinistin Sinn Yang nehmen Sie am Sonntag, 15. Juni mit auf eine musikalische Zeitreise vom 18. Jh. bis in die Neuzeit. In drei Mindener Innenstadtkirchen erleben Sie die Vielseitigkeit des Cellos. Interpretiert werden u.a. Musikstücke von J. S. Bach, Zoltan Kodaly, Astor Piazolla und Benjamin Britten.

14:00 Uhr St. Martinikirche - Das Cello und geistliche Musik vor 1800
15:30 Uhr Dom zu Minden - Das romantische Cello
17:00 Uhr St. Marienkirche - Das Cello im 20. Jahrhundert

Mit dem Geschichtsexpress auf Zeitreise

Von verschiedenen Haltepunkten in der Mindener Innenstadt befördert Sie die Bimmelbahn „Minna“ zu den Zeitinseln im historischen Stadtkern. Die Haupthaltestelle befindet sich auf dem Platz hinter der „Alten Regierung“ am Schwanenteich (Verlängerung der Fußgängerbrücke). Unsere kleinen Besucher fahren kostenfrei!. Für die Erwachsenen kostet eine Runde nur 1,00€.

Weitere Informationen zur "Minna" finden Sie auch auf der Facebook-Seite von Emil und Minna.

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